Thomas Fahlenbach: Hyaluronsäure bei Arthrose und Gelenkentzündung

Thomas Fahlenbach über den Einsatz von Hyaluronsäure in der Medizin

Hyaluronsäure ist als Feuchtigkeitsspender in der Kosmetik wohlbekannt. Thomas Fahlenbach beschreibt, wie der Wirkstoff auch in der Medizin helfen kann.

Thomas Fahlenbach beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Hyaluronsäure und kennt die zahlreichen Möglichkeiten, bei denen diese körpereigene Substanz im kosmetischen Bereich eingesetzt werden kann. Doch auch in der Medizin kann Hyaluronsäure, auch kurz Hyaluron genannt, als kurzzeittherapeutische Möglichkeit eingesetzt werden. Da vielen Menschen die Anwendung von Hyaluron in der Medizin weniger geläufig ist, beschreibt Thomas Fahlenbach im Folgenden, wie Hyaluronsäure im medizinischen Bereich eingesetzt wird und wie sie zur Verbesserung des Befindens eines Patienten beitragen kann:

  • Welchen Nutzen hat Hyaluronsäure für Gelenke?
  • Wie kann dem Gelenk zugefügte Hyaluronsäure wirken?
  • Für wen kommt eine medizinische Behandlung mit Hyaluron in Frage?
  • Welche Nebenwirkungen kann gespritztes Hyaluron haben?
Thomas Fahlenbach: Hyaluronsäure bei Arthrose und Gelenkentzündung

WELCHEN NUTZEN HAT HYALURONSÄURE FÜR GELENKE?

Hyaluronsäure ist an vielen Stellen im menschlichen Körper vorhanden und wird auch dort gebildet, weiß Thomas Fahlenbach. Dabei bilden vor allem Knorpelzellen und die Gelenkschleimhaut diese je nach Körperstelle gel-artige oder flüssige Substanz. Dabei ist Hyaluron eines der Hauptelemente der langkettigen Moleküle des Bindegewebes im Gelenkknorpel. Hyaluronsäure hat wasserbindende Eigenschaften, wobei ihre langkettigen Verbindungen die Flüssigkeit im Gelenk dickflüssig halten. Kurz gesagt bildet die Hyaluronsäure das eigentliche „Schmiermittel“, das für einen im wahrsten Sinn reibungslosen Bewegungsablauf im Gelenk sorgt.

WIE KANN DEM GELENK HINZUGEFÜGTE HYALURONSÄURE WIRKEN?

Insbesondere im frühen Stadium kann eine Injektion mit Hyaluronsäure Arthroseschmerzen häufig deutlich verbessern, beschreibt Thomas Fahlenbach. Studien belegen, dass diese symptomatische Besserung über Monate, bei manchen Patienten sogar über Jahre anhalten kann. Viele Patienten berichten von einer wesentlichen Verbesserung der Belastbarkeit ihres erkrankten Gelenks. Die Spritzen in das Gelenk können bei Patienten sogar eine Beschwerdefreiheit erzielen. Dabei kann nicht nur das Kniegelenk durch Einspritzung von Hyaluronsäure behandelt werden, sondern auch Arthrose in den oberen Extremitäten wie Schulter, Ellenbogen oder Finger, verrät Thomas Fahlenbach.
Thomas Fahlenbach: Hyaluronsäure bei Arthrose und Gelenkentzündung
Thomas Fahlenbach: Hyaluronsäure bei Arthrose und Gelenkentzündung

FÜR WEN KOMMT EINE MEDIZINISCHE BEHANDLUNG MIT HYALURON IN FRAGE?

Es muss ein Mindestmaß an Gelenkknorpel noch vorhanden sein, damit eine Hyaluronsäureinjektion eine gute Wirkung erzielen kann, erklärt Thomas Fahlenbach. Bei fortgeschrittener Arthrose kann auch eingebrachtes Hyaluron nicht mehr viel ausrichten. Grundsätzlich kann Hyaluron auch das bestehende Problem des Verschleißens eines Gelenks nicht lösen, die Behandlung bleibt immer eine symptomatische, keine ursächliche. Dennoch kann das Einspritzen von Hyaluronsäure ins erkrankte Gelenk die Lebensqualität des Patienten verbessern und eine gewisse Zeit bis zur Operation des Gelenks überbrücken.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN KANN GESPRITZTES HYALURON HABEN?

Für Thomas Fahlenbach ist Hyaluronsäure nicht zuletzt deswegen so wertvoll, weil Hyaluron, egal in welcher Weise es verwendet wird, so gut wie nie allergische Reaktionen oder Nebenwirkungen auslöst. Dies ist vor allem auf den Umstand zurückzuführen, dass es sich bei Hyaluronsäure um eine körpereigene Substanz handelt. Nur sehr selten kann es zu Hautreaktionen aufgrund einer Unverträglichkeit kommen. Entzündungen der Einstichstelle bei Hyaluronsäure-Injektionen sind eher als Folge einer falschen oder unsterilen Anwendung zu betrachten, weswegen ein steriles und professionelles Arbeiten bei Injektionen mit Hyaluron unbedingt erforderlich ist, betont Thomas Fahlenbach.